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Mini-Serie #WomenInScience Part 3

Dr. Maria Mahrova ist eine Chemikerin aus Estland und arbeitet seit mehr als 6 Jahren bei MOTOREX. Sie gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen ihrer Geschichte und ihrer Arbeit bei MOTOREX.

Im dritten Teil unserer Mini-Serie #WomenInScience haben wir das Vergnügen, Ihnen Dr. Maria Mahrova vorzustellen, eine von mehreren Frauen, die in unserem Labor arbeiten.

Maria, erzähl uns mehr über dich und deine Geschichte
Ursprünglich komme ich aus Estland und bin jetzt das sechste Jahr bei MOTOREX. Ich habe den Doktor in Chemie und einen MBA-Abschluss. Meinen PHD habe ich in Spanien im Rahmen des Marie Curie ITN MINILUBES Projektes gemacht. In dieser Zeit lernte ich auch meine heutige Arbeitskollegin Parvin kennen. Das Interessante für mich war, dass das Programm einen Frauenanteil von mindestens 40 % haben musste. Ich beendete meinen PHD im Jahr 2013 und absolvierte dann meinen Postdoc in Deutschland. Dort habe ich zwei Jahre lang für eine Beleuchtungsfirma gearbeitet. Nach Ablauf meines Vertrags startete ich direkt bei MOTOREX. Mein Plan war es eigentlich nie, in die Schweiz zu kommen. Ich war immer sehr frei und habe mich zu dieser Zeit auch nach Jobs in Australien und Japan umgesehen. Ich liess mich durch mein Interesse stets an die verschiedensten Orte führen. Manchmal muss man einfach den Mut haben, Dinge auszuprobieren und am Ende zahlt es sich aus.

Was hat dich dazu gebracht, Wissenschaftlerin zu werden?
Ich erinnere mich noch sehr genau - ich war 16 Jahre alt und besuchte im Sommer meinen älteren Bruder, der für seinen PHD studierte. Das war das erste Mal, dass ich ein echtes Labor vor mir hatte. Er erzählte mir mit leuchtenden Augen alles über Chemie und Physik und er war so begeistert von all dem, dass es irgendwie ansteckend war. Die Idee, Wissenschaftlerin zu werden, gefiel mir immer mehr.

Was fasziniert dich an deinen Beruf?
Für mich ist es der Entdecker-Teil davon. Das Gefühl, einzelne kleine Bausteine zu etwas Grossem zusammenzusetzen, ist atemberaubend. Mir gefällt der Gedanke, dass das, was wir erschaffen, in die Welt hinausgeht. Wir behalten nicht, was wir erschaffen, sondern teilen es letztlich mit anderen, mit Kunden, Fans und Interessierten. Wissenschaftliche Arbeit muss geteilt und ausgetauscht werden.

Andererseits schätze ich es, in gemischten und multikulturellen Teams zu arbeiten, so wie wir es hier bei MOTOREX haben. Es ermöglicht Dinge aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln zu sehen.

Wie sieht dein Tagesablauf im MOTOREX-Labor aus?
Mein Tag ist sehr dynamisch. Ich arbeite mit vielen Abteilungen zusammen und stehe nicht nur den ganzen Tag im Labor vor den Reagenzgläsern. Ich berate Leute aus der Produktion und dem Verkauf, ich besuche Kunden oder ich berate und tausche mich mit dem technischen Kundendienst aus. Ich schätze diesen Austausch und die Bewegung.

Konkret kümmere ich mich um die Forschung und Entwicklung von Industrieprodukten. Ich arbeite an wassermischbaren Metallbearbeitungsflüssigkeiten und bin sehr begeistert von diesem kniffligen Thema. Es braucht viel interdisziplinäres Denken, um es zu bearbeiten. Man muss Kundenbedürfnisse, Chemie, Nachhaltigkeit, Anwendungen und Qualität miteinbeziehen. Andersherum wäre es aber mir zu eintönig.

Wie siehst du die Rolle der Frauen in der Wissenschaft?
Leider haben es Frauen heutzutage immer noch schwer, sogar in Europa und in meinem Heimatland Estland. Ich hatte das Glück, dass meine Familie sehr offen und fortschrittlich war. Mir ist klar, dass es in der Schmierstoffindustrie immer noch mehr Männer als Frauen gibt. Ich habe es aber akzeptiert und denke nicht mehr viel darüber nach. Ich kenne meine Stärken und glaube an mich. Menschen, die mich nicht kennen, sind über meine Kenntnisse im technischen Bereich und meine sehr gute Beratungskompetenz oft überrascht.

Wir müssen aber auch bedenken, dass es nicht nur Geschlechtervorurteile gibt, das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Ich bin für viele Leute noch etwas jung und das verunsichert sie.

Wie können wir mehr Frauen ermutigen, einen ähnlichen Weg wie deinen zu gehen?
In erster Linie müssen Frauen Interesse an der Branche haben. Eine Möglichkeit, sie dafür zu sensibilisieren, ist in der Kindheit. Kinder sollten während der Schulpflicht die Möglichkeit haben, Einblicke in verschiedene Bereiche zu bekommen und verschiedene Dinge auszuprobieren. Auch die Eltern können einen grossen Beitrag dazu leisten. Sie können zum Beispiel ihre Mädchen in eine Werkstatt mitnehmen und sie ebenfalls an solche Themen heranführen.

Unternehmen können generell attraktiver für Frauen werden, indem sie gewisse Vorteile bieten. Oder sie können Soft-Skill-Trainings für ihre Mitarbeiter anbieten, in denen sie über verschiedene Themen informieren. Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, dass es nicht nur darum geht, Fachwissen weiterzugeben - heutzutage, mit unserem schnelllebigen Lebensstil, dürfen wir die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht vergessen.

Gibt es etwas, dass du der zukünftigen Generation von Wissenschaftlerinnen mit auf den Weg geben möchten?
Es ist okay, eine Frau zu sein. Man muss nicht die Gewohnheiten der anderen übernehmen, um dazu zu gehören. Früher habe ich es als Kompliment gesehen, wenn ein Junge sagte: «Du bist cool, du bist wie wir.» Aber diese Meinung habe ich heute geändert. Ich bin stolz darauf, eine Frau zu sein. Frauen sollten nicht wie Männer werden, nur damit sie gehört werden. Genau diese Unterschiede geben uns Vielfalt, verschiedene Sichtweisen und neue Impulse, um innovative Lösungen für die immer komplexeren Probleme zu finden, mit denen wir konfrontiert sind.

 

- Danke Maria für deine interessanten und aufschlussreichen Antworten.

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